Angst - Alles im Kopf?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen, die ihre ersten Panikattacken oder Angstzustände erleben, in der Notaufnahme landen. Die Symptome können denen einer Herzattacke zum Verwechseln ähnlich sein, bis hin zu Atembeklemmungen und Rückenschmerzen. Sind alle Testergebnisse da, ist es beinahe schockierend zu hören, dass die Symptome nicht von einer schweren körperlichen Krankheit, sondern im Gehirn ausgelöst werden. Angststörungen und Panikattacken können oft nicht mit dem Selbstbild vereinbart werden.


Inhalt dieses Beitrags:



Angst - verstehen was im Gehirn passiert

Angst ist eigentlich ein uraltes Warnsystem mit dem Zweck, uns vor Gefahren zu beschützen. Wir „erlernen“ die Angst zum Beispiel durch das Beobachten unserer Bezugspersonen: reagiert die Mutter ängstlich auf Spinnen und Schlangen, werden wir höchstwahrscheinlich diese Angst übernehmen. Eigene Erfahrungen, etwa ein Unfall, werden ebenfalls im Gedächtnis gespeichert und lösen Ängste aus. Unser limbisches System, eine eng vernetzte Gruppe von Hirnarealen, das mit Gedächtnis und Lernen zu tun hat, verbindet diese Erinnerungen mit Emotionen. Daher erinnern wir uns besonders gut an alles, was mit erhöhten Gefühlen verbunden ist.


Generell funktioniert dieses gedächtnisbasierte Warnsystem wunderbar: Es bewahrt uns davor, die Hand in siedendes Wasser zu stecken oder verdorbene Lebensmittel zu essen. Aber was machen wir mit hartnäckigen Ängsten, die unser tägliches Leben erschweren, den Schlaf stören und uns im wahrsten Sinn des Wortes krank machen?


Neuroplastizität hilft uns Angst wieder zu verlernen!

Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit, Struktur und Organisation anzupassen und zu verändern. Fallen wichtige Sensoren aus, wie etwa bei erblindeten Menschen, verbessert sich der Tastsinn: Das den Fingern zugeordnete Gehirnareal vergrößert sich. Die erweiterte Nutzung des Tastsinnes erschafft neue Verbindungen im Gehirn, neue Pfade, über die lebenswichtige Informationen aufgenommen und transportiert werden.

Auch Angstreaktionen hinterlassen eine Neurosignatur, einen Pfad im Gehirn, der wieder und wieder aktiviert wird, wenn wir einem Trigger ausgesetzt sind.

Neuroplastizität, die Fähigkeit unseres Gehirns, neue Pfade anzulegen, bedeutet für uns, dass wir der Angst nicht hilflos ausgesetzt sind.


Die Macht der Worte

Wie können wir die Fähigkeit unseres Gehirns, sich immer wieder neu zu organisieren, ausnutzen, um Angststörungen und Panikattacken zu begegnen?

Bei der Entstehung von Angststörungen spielt die Sprache eine wichtige Rolle.

  • Stressvolle Gedanken rasen in einer Dauerschleife durch unseren Kopf.

  • Was wir uns selbst erzählen, unser Erklärungsmuster, prägt unsere Reaktion auf bestimmte Trigger und hält uns auf dem Pfad der Angst.

  • In unserem inneren Dialog überschätzen wir Gefahren und unterschätzen unsere eigenen Ressourcen und Fähigkeiten.

Wir ordnen und definieren unsere Welt mit Worten. Worte sind die einzige Landkarte unseres Geistes, die uns zur Verfügung steht. Von Sigmund Freud stammt das Zitat: „Worte und Zauber waren ursprünglich ein und dasselbe.“


Nutzen Sie die Macht der Worte

Es gibt viele Wege, die Macht der Worte nutzen, um Ängste zu bannen, zum Beispiel Gesprächstherapie oder die Schreibtherapie. Beide beruhen auf der Bewusstmachung der Ängste. Ob gesprochen oder geschrieben, Worte definieren unsere Emotionen, grenzen ein und erklären. Ursachen können benannt und bearbeitet werden.

Auch ohne formale Therapie ist es sehr hilfreich, sich ein weitreichendes Vokabular zu erarbeiten, um Ängste und Emotionen zu beschreiben.

Genauso hilfreich ist es, bestimmte Angst-Wörter zu vermeiden: Angst, Furcht, Schuld, Sorge. Der innere Dialog sollte keine ständige Selbstbeschimpfung sein, in der Gedanken der Unzulänglichkeit und des Pessimismus ständig wiederholt werden.




Selbstbeeinflussung

Selbstbeeinflussungstechniken sind so alt wie die Menschheit. Ob Mantras, Meditation oder Selbsthypnose, wir haben schon immer versucht, unser Denken und Handeln zielgerichtet zu steuern.

Eine der am einfachsten zu erlernende Methoden der Selbstbeeinflussung ist das Autogene Training. Hier verbinden sich die Körper- oder Wärmeübungen mit der Autosuggestion (einem formelhaft verfassten Vorsatz), um ein gewünschtes Verhalten im Denken zu verankern. Für die Formulierung eines solchen Vorsatzes gibt es einige wichtige Regeln:

  • Benutzen Sie die Gegenwartsform der Sprache: ich bin, ich habe

  • Vermeiden Sie Negationen: kein, nichts, niemals

  • Halten Sie Ihren Vorsatz kurz und realistisch

Bereits die Arbeit an der Formulierung Ihres individuellen Vorsatzes ist gutes Anti-Angst-Training. Wer keine Geduld hat, um das Autogene Training zu erlernen, kann trotzdem seinen Vorsatz nutzen. Wiederholen sie ihn täglich so oft wie möglich und gern auch laut!


Hypnosetherapie nutzt die Emotion, die Angst von der Ursache zu entkoppeln

Wer allein nicht vorankommt und sich überwältigt fühlt, sollte die Hypnosetherapie erwägen. Die Hypnose ermöglicht die Kommunikation mit dem Unbewussten. In der Hypnosetherapie wird die Sprache genutzt, um die Emotion Angst von ihrer Ursache zu entkoppeln. Neue neuronale Pfade können im Gehirn angelegt werden, ohne Re-Traumatisierung und in sehr kurzer Zeit.


Natürlich ist nicht jede Methode auch für jeden geeignet. Aber es ist wichtig, Verschiedenes auszuprobieren. Funktioniert etwas nicht, ist das keine Niederlage, sondern ein Schritt auf dem Weg!



 


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